fbpx

Lampenschirme aus Schweinsblasen

Trend von früher: Lampenschirme aus Schweinsblasen

Noch bis Mitte der 90er-Jahre waren Lampenschirme aus Schweinsblasen vor allem für rustikale Wohnräume sehr beliebt. Dabei bespannt man das Gestell des Lampenschirmes anstatt mit Stoff, mit dem Gewebe einer oder mehrerer Schweinsblasen. Ein, aus heutiger Sicht, aussergewöhnlicher Trend.

Schweinsblasen verwendet man seit Jahrhunderten als Werkstoff. Schon im Mittelalter stellte man daraus Tabakbeutel und Behältnisse her. Auch heutzutage verwenden Narren an der Fasnacht die «Saublodere» noch als Accesssoire. Ein Narr benötigt unzählige Schweinsblasen pro Saison, weil die “Saublodere” nach heftigen Schlägen kaputt gehen.

Narren mit “Saublodere”

Bei Wehrli Licht hat man aus den Schweinsblasen Lampenschirme hergestellt denn dieses Material war damals im Trend. Dazu ging man zuerst zum Metzger, der die Blasen auf Wunsch aufbewahrt hatte. Diese wären sonst als Schlachtabfall entsorgt worden. Man musste die Blasen zusammenbinden und wie Luftballone aufpumpen. Dabei wollte man auch Löcher oder Makel im Material erkennen. Im Keller mussten die Ballone dann zum Trocknen aufgehängt werden, bis sie komplett ausgetrocknet und hart waren. Schon da konnte man die charakteristische Maserung erkennen.

Schweineblase am trocknen im Keller

Auf die trockenen Blasen konnte nun die Schablone für die Lampenschirme gezeichnet und ausgeschnitten werden. Um die Lampenschirmgestelle zu bespannen, musste man die Blasen jedoch wieder weich und beweglich machen. Zuerst hat man die Blase zum Aufweichen ins Wasser gelegt, und sie nass auf das Gestell genäht. Dabei war es wichtig, die Blase in der richtigen Stärke straff zu ziehen. Denn genau wie beim Bespannen von Trommeln strafft sich das Material beim Trocknen.

Im getrockneten Zustand erhält der Lampenschirm seine typisch weiss-gelbliche Farbe. Auch die Gewebestruktur der Blase ist im Licht gut zu erkennen.Auch heute noch kommen Kunden zu Wehrli Licht, um nun alte Lampenschirme aus Schweinsblasen mit Stoff überziehen zu lassen.